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Solaranlage kaufen? 5 Fehler beim Planen einer Solaranlage

FELIX GOLDBACH
09. Juni 2023
BALKONKRAFTWERK
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Der Kauf einer Solaranlage ist eine langfristige Investition, die Euch √ľber mehrere Jahrzehnte selbst erzeugten Strom liefert. Die Rechnung geht am Ende aber nur dann auf, wenn die Anlage optimal geplant und sowohl auf die √∂rtlichen Gegebenheiten als auch auf die Gewohnheiten und Zukunftspl√§ne der Nutzer abgestimmt ist. In diesem Beitrag erfahrt Ihr, wie Ihr eine Solaranlage richtig planen und die h√§ufigsten Fehler dabei vermeiden k√∂nnt.

Warum ist eine individuelle Photovoltaikplanung √ľberhaupt wichtig?

Viele Verbraucher sind heute mit All-inclusive-Komplettpaketen verw√∂hnt. Der neue Fernseher wird nur noch in die Steckdose gesteckt und installiert sich quasi selbst. F√ľr alles andere, wie beispielsweise die Installation von Klimasystemen im Haus gibt es digitale Planungstools, die per Klick zur ma√ügeschneiderten Anlage f√ľhren. Warum kann ich dann nicht einfach ein Solaranlagen-Komplettpaket kaufen?

Ein Beispiel:

Warum die Solaranlage des Nachbarn nicht auch bei Euch die richtige ist.

Euer Nachbar hat sich eine Solaranlage auf das Dach gebaut. Er lebt zusammen mit seiner Frau in einem kleinen Haus. Die beiden Rentner verbrauchen wenig Strom und legen die meisten Strecken mit dem Fahrrad zur√ľck, planen sogar den Verkauf Ihres Autos. Ihr selbst wohnt nebenan als gr√∂√üere Familie mit drei kleinen Kindern. Perspektivisch wollt Ihr zwei E-Autos kaufen, die Kinder w√ľnschen sich jeder eigene TV-Ger√§te und Konsolen und Ihr arbeitet viel am PC im Homeoffice. W√§hrend sich euer Stromverbrauch allein durch die E-Fahrzeuge nach oben entwickeln wird, bleibt er beim Nachbarn gleich oder sinkt sogar noch.

Die Anforderungen an die private Stromerzeugung sind also in jedem Haushalt individuell zu betrachten und stark abh√§ngig von vielen Faktoren. Nur eine individuelle Solaranlagen-Planung schafft die besten Voraussetzungen daf√ľr, dass sich die Investition schnell amortisiert. Grunds√§tzlich kann man aber sagen, eine gr√∂√üere Photovoltaikanlage rechnet sich auch und es ist immer besser, mehr Strom selbst zu erzeugen, als zu wenig. Jede kWh selbst erzeugten gr√ľnen Solarstroms hilft der Energiewende.

5 typische Fehler beim Kauf einer Solaranlage

Der Kauf einer Solaranlage ist mit einer nicht unerheblichen Investition verbunden. Aber: Richtig geplant, zahlt sich dieses Geld schnell aus. Eine Solaranlage ohne Speicher rechnet sich in der Regel zwischen 8-12 Jahren. Die Solarmulde produzieren aber weit länger als 30 Jahre Strom. Je weiter sich die Strompreise aus der öffentlichen Versorgung nach oben entwickeln, desto schneller macht Ihr mit Eurer PV-Anlage Gewinn. Fehler bei der Solaranlagen-Planung lassen sich im Nachhinein oft nur schwer wieder ausgleichen. Umso wichtiger ist es, die 5 häufigsten Fehler bei der PV-Anlagen Planung zu kennen und sie im Vorfeld zu vermeiden.

Fehler 1: Photovoltaik lohnt sich nicht?! Keine Solaranlage bauen

Wer √ľber die Anschaffung einer Solaranlage nachdenkt und sich dagegen entscheidet, begeht den wohl gr√∂√üten Fehler. Gr√ľnde, die h√§ufig gegen ein eigenes PV-System auf dem Dach angebracht werden, sind:

  • Die Anmeldung ist zu umst√§ndlich.
  • Der Wartungsaufwand ist hoch und kostenintensiv.
  • Die Anlage kann sich w√§hrend der Lebensdauer nicht amortisieren.

All das sind Argumente, die gerne gegen den Kauf einer Solaranlage genannt werden. Fakt ist aber: Mit einer ungenutzten Dachfl√§che verschenkt Ihr bares Geld. Demgegen√ľber steht eine einmalige Investition, die Euch bei guter Planung mehr als 30 Jahre lang Ertr√§ge bringen wird.

Was kostet es, eigenen Strom zu produzieren?

Richtig ist, dass Strom √ľber die PV-Anlage nicht umsonst erzeugt wird, daf√ľr aber wesentlich g√ľnstiger als der Strom vom Versorger. F√ľr die Stromerzeugung entstehen grunds√§tzlich Kosten, die sich aus den Anschaffungskosten, den Unterhaltskosten f√ľr die PV-Anlage, aus Steuern und Versicherungen ergeben. (Dabei fallen die Steuern ab dem 01.01.2023 f√ľr Anlagen unter 30 kWp weg. Lediglich eine Anmeldung beim Finanzamt ist notwendig. Steuern werden aber nicht mehr gezahlt, das wurde vom Wirtschaft- und Finanzministerium Ende 2022 so beschlossen und soll die steuerlichen H√ľrden bei der Nutzung von Photovoltaik abbauen.)

Wie teuer ist selbst erzeugter Strom?

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts f√ľr solare Energiesysteme hat genau die Frage untersucht: Wie teuer ist die kWh Strom, wenn ich diese selbst √ľber eine PV-Anlage erzeuge? Die Daten stammen aus dem Jahr 2021. Demnach liegen die sogenannten Gestehungskosten einer kWh Solarstrom bei Anlagen unter 30 kWp zwischen 6 und 10 Cent im S√ľden Deutschlands und zwischen 8 und 12 Cent im sonnen √§rmeren Norden. Die Preise unterliegen aber Schwankungen und waren zwischenzeitlich auch h√∂her. Im Moment sinken die Preise f√ľr die Komponenten (Stand 29.05.2023) wieder und k√∂nnen auch noch weiter fallen.

Der Strompreis aus der √∂ffentlichen Grundversorgung liegt bei √ľber 30-40 Cent ( 34,6 Cent – Stand 13. M√§rz 2023). Selbst nach Abzug aller Kosten spart Ihr noch √ľber die H√§lfte der Kosten ein, die Strom aus der √∂ffentlichen Versorgung verursacht.

Wie viel des selbst produzierten Stroms aus der PV-Anlage kann ich nutzen?

Grunds√§tzlich k√∂nnt Ihr den selbst erzeugten Strom immer dann nutzen, wenn die Sonne scheint, die Anlage Strom erzeugt und Ihr parallel dazu gerade die Waschmaschine oder die Sp√ľlmaschine in Benutzung habt. Als Faustregel gilt: ¬†Haushalt nutzen, wenn Ihr keinen Speicher nutzt. Diese Quote k√∂nnt Ihr nat√ľrlich noch verbessern, indem Ihr Eure Gewohnheiten so anpasst, dass Elektroger√§te eher tags√ľber laufen.

Da das Einspeisen des Stroms in das √∂ffentliche Netz zunehmend weniger lukrativ ist, solltet Ihr Eure Anlage auf einen hohen Eigenverbrauch auslegen. Daf√ľr kann sich die Anschaffung eines Stromspeichersdie Anlage lohnen. Dies ist zwar eine (nicht unerhebliche) zus√§tzliche Investition, Ihr k√∂nnt Euren Eigenverbrauch mit einem Batteriespeicher aber auf bis zu 60-90 % steigern.

Wie umständlich sind die Anmeldeformalitäten?

Wer eine Solaranlage betreiben und dabei auch Strom ins √∂ffentliche Netz einspeisen m√∂chte, muss die Anlage einmalig ins Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eintragen. Nach der Inbetriebnahme habt Ihr noch einen Monat Zeit f√ľr die Anmeldung. Diese kann auch vom Installateur mit √ľbernommen werden. Eine Meldung muss in diesem Fall auch an das Finanzamt erfolgen. Die Meldung ist aber nur eine Meldung. Danach habt ihr mit dem Finanzamt nichts mehr zu tun. Die Kleinunternehmerregelung oder Gewerbetreibende im Steuerrecht gelten f√ľr Anlagen unter 30 kWp nicht mehr.

Wie hoch ist der Wartungsaufwand?

Der Wartungsaufwand einer PV-Anlage ist nicht besonders hoch. In bestimmten Regionen oder Wohngebieten könnte eine Reinigung nach einigen Jahren vielleicht sinnvoll sein, in der Regel reicht die Reinigung durch den ablaufenden Regen aus. Die Wartungskosten sind bei Solaranlagen sehr gering, weil die Technik sehr simpel ist. Die Solarmodule gehen so gut wie nicht kaputt, nur der Wechselrichter könnte in den 30-35 Jahren der Lebensdauer der Module einmal getauscht werden.

Die Solaranlage amortisiert sich also √ľber ihre Lebensdauer und ist f√ľr jeden B√ľrger eine sinnvolle Investition. Sie ist der beste Weg sich selbst f√ľr die n√§chsten Jahre einen sehr g√ľnstigen Strompreis zu sichern, in dem man den Solarstrom einfach selbst auf dem eigenen Dach produziert.

Fehler 2: Die Solaranlage zu klein planen

Ein gutes Solarmodul kostet 80 und 160 Euro. Die √úberlegung vieler Betreiber ist es daher, doch einfach ein paar weniger Solarmodule aufs Dach zu bauen, um die Investitionskosten zu senken und die Amortisationszeit zu verk√ľrzen. Selbst wenn Ihr die Solaranlage nach Eurem heutigen Bedarf ausrichtet, ist dies zu kurz gedacht und die Solaranlage kann schon bald zu klein werden. Grunds√§tzlich l√§sst sich sagen, jedes kWp auf dem Dach erzeugt f√ľr euch ca. 1000 kWh g√ľnstigen Strom im Jahr, darum sollte die Gr√∂√üe der Solaranlage eher durch die Gr√∂√üe Eures Daches vorgegeben sein als durch die Gr√∂√üe Eures Geldbeutels. Ich will Euch erkl√§ren warum. Das Stichwort hier lautet Sektorenkopplung.

Ber√ľcksichtigt bei Euren √úberlegungen auch zuk√ľnftige Entwicklungen:

  • Austausch alter √Ėl- und Gasheizungen
  • Einbau einer W√§rmepumpe
  • Anschaffung von Elektrofahrzeugen

Eine gro√üe Solaranlage liefert sehr viel Strom, mit dem Ihr auch den wachsenden Strombedarf decken k√∂nnt. In Deutschland kommen von der Sonne ca. 1000 Watt auf den Quadratmeter. Das bedeutet, 1 kWp erzeugt im Durchschnitt ca. 1000 kWh im Jahr. Im S√ľden sind das mit ca. 1200 kWh etwas mehr und im Norden etwas weniger mit ca. 900 kWh pro kWp.

Tipp: Auch an die zuk√ľnftige Stromnutzung denken!

Solarstrom wird aktuell haupts√§chlich f√ľr die Stromgewinnung genutzt. Durch die Energiewende und die damit verbundene Sektorenkopplung (Strom, W√§rme, Verkehr) wird aber auch f√ľr die W√§rmeerzeugung und Mobilit√§t immer mehr Strom ben√∂tigt. In Deutschland sind 2/3 des Energiebedarfs auf die W√§rme zur√ľckzuf√ľhren. Mit einer kWh Strom k√∂nnen wir mit einer W√§rmepumpe 3-5 kWh W√§rme erzeugen.

Solaranlagen erzeugen das ganze Jahr √ľber wertvollen Strom

Steigt also durch den Mehrbedarf in den verschiedenen Sektoren der Stromverbrauch an, solltet Ihr jeden qm auf Eurem Dach nutzen und ihn mit Solarmodulen auslegen. Auch bei keinem direktem Sonnenschein erzeugen die Solarmodule wertvollen Strom. Es reicht daf√ľr schon das diffuse Licht, weil die Module heute so gut geworden sind. Man spricht hier auch von der Diffuslichtf√§higkeit der Solarmodule. Die Solarmodule k√∂nnen also auch mit der reinen Umgebungshelligkeit Strom erzeugen und damit Euer Haus versorgen.

Auch an einem bew√∂lkten Wintertag kann damit dann Strom erzeugt werden. Auch wenn im Winter (Dezember-Februar), dem Tal der Tr√§nen wenig von der Sonne kommt, ist dies oft ausreichend, um wenigstens den Grundverbrauch im Haus zu decken. F√ľr den Betrieb der W√§rmepumpe reicht es im Winter wahrscheinlich nur an wenigen Tage aus, aber daf√ľr kann man dann mit flexiblen Strompreisen den g√ľnstigen Windstrom im Winter und vor allem nachts nutzen, um die W√§rmepumpe zu betreiben. Ein Betrieb der W√§rmepumpe im Winter ausschlie√ülich mit Strom von der Photovoltaikanlage ist kaum m√∂glich.

Was bedeutet kWp?

kWp bezeichnet die maximale Ausbeute unter Laborbedingungen mit einem perfekten Einstrahlwinkel auf das Modul (90 Grad), vollem Sonnenschein (1000 Watt) und einer Temperatur von 25 Grad Celsius. Bei k√ľhleren Temperaturen k√∂nnen die Module mehr liefern als die maximale kWp Zahl angibt, weil die Solarmodule dann besser arbeiten. An hei√üen Tagen hingegen und hohen Temperaturen liefern die Module eventuell weniger Leistung als die maximale kWp Zahl vermuten lassen w√ľrde. Man spricht hier auch vom Temperaturkoeffizienten den Solarmodule. Je w√§rmer die Module werden, desto geringer wird die Wirkleistung.

Fehler 3: Technik der Solaranlage nicht auf die eigenen Bed√ľrfnisse angepasst.

Jeder Haushalt und jedes Dach sind unterschiedlich. Darum ist es wichtig, sich vorher Gedanken dar√ľber zu machen, was die eigene Solaranlage in Kombination mit einem Speicher oder ohne eigentlich k√∂nnen muss?

Soll die Solaranlage mich im Notfall mit Strom versorgen k√∂nnen, wenn das Stromnetz ausf√§llt? Wenn ja, dann brauche ich daf√ľr einen notstromf√§higen bzw. inself√§higen Wechselrichter und eine Batterie, die eine Ersatzstromfunktion unterst√ľtzt. Dabei ist zwischen Notstrom und Ersatzstrom zu unterscheiden. Reicht mir eine Steckdose, die noch so lange Energie liefert, bis die Batterie leer ist? Dann sprechen wir von Notstrom. Oder m√∂chte ich bei Stromausfall mein ganzes Haus versorgen und auch mit der Solaranlage das Haus und den Speicher weiter betreiben k√∂nnen? In diesem Fall spricht man von einem Inselbetrieb und einer echten Ersatzstromfunktion.

Diesen Ersatzstrom d√ľrft Ihr bei der Solaranlage aber nicht verwechseln mit einer unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV). Das ist sie in der Regel nicht. Mit einer USV werden empfindliche elektronische Ger√§te wie Server vor einem Stromausfall gesch√ľtzt. Das kann ein Speicher bzw. die Solaranlage meistens nicht leisten. Hier sind Umschaltzeiten von 10 ms bis zu 10 Sekunden √ľblich. Hier ein Video √ľber Solaranlagen-Speicher!

Dar√ľber hinaus k√∂nnt Ihr weitere √úberlegungen zur Ausstattung Eurer Solaranlage treffen:

  • String Wechselrichter oder Optimierer?
    Der Wechselrichter ist das Herzst√ľck jeder Solaranlage, weil er den Gleichstrom (DC-Strom) aus den Solarmodulen in Wechselstrom (AC-Strom) umwandelt. Bei einem String-Wechselrichter werden mehrere Solarmodule an einem Strang in Reihe betrieben. Vorteilhaft ist das dann, wenn beispielsweise eine gro√üe unverschattete Dachfl√§che zur Verf√ľgung steht und nur gleiche Module auf einen String gelegt werden, weil das schw√§chste Modul alle anderen beeinflusst. Solltet Ihr ein kompliziertes Dach haben, k√∂nnte es sich anbieten mit Optimierern an den Modulen zu arbeiten oder aber eine reine Optimierer basierte Solaranlage zu installieren. Die Optimierer haben den Vorteil, dass die immer die gleiche Spannung an den Wechselrichter geben und so auch verschattete Solarmodule die anderen Module nicht negativ beeinflussen. Zudem k√∂nnen dann auch unterschiedliche Module in Gr√∂√üe und Ausrichtung genutzt werden. Ein Hersteller daf√ľr ist Solaredge. Auch eine Solaranlage nur mit Mikrowechselrichtern ist m√∂glich, wie zum Beispiel mit EnPhase. √úber beide Hersteller findet ihr Videos auf unserer Seite. Die Installationen sind allerdings etwas teurer als die klassische String-Technologie und ist darum nicht immer bei jedem Dach zu empfehlen. Hier ein Video zur Installation der String-Technologie
  • Einsatz einer W√§rmepumpe
    Die W√§rmepumpe kann mit einer kWh Strom 3-5 kWh W√§rme erzeugen und h√§lt darum immer mehr Einzug in die Haushalte in Deutschland. Anders als von vielen behauptet, ist eine W√§rmepumpe sehr effizient und auch f√ľr √§ltere Geb√§ude geeignet. Sehr alte, schlecht ged√§mmte Geb√§ude allerdings ben√∂tigen eventuell D√§mmma√ünahmen, damit eine W√§rmepumpe effizient laufen kann. In Schweden und Norwegen wird seit vielen Jahren mit W√§rmepumpen geheizt und auch in D√§nemark ist der Einbau von √Ėl- und Gasheizungen seit 2013 verboten. Die W√§rmepumpe nutzt die Energie aus der Umgebungstemperatur im Au√üenbereich, um mithilfe von Kompression W√§rme zu erzeugen, welche sie dann an ein W√§rmeleitmittel abgibt bzw. an das Wasser, welches in Euren Warmwasserspeicher l√§uft. Sie funktioniert im Grunde wie ein umgekehrter K√ľhlschrank. Ein weiterer Vorteil ist, dass viele W√§rmepumpen auch k√ľhlen k√∂nnen. Sie eignen sich vor allem bei Fl√§chenheizungen wie Fu√üboden- und Deckenheizungen, aber auch bei normalen W√§rmeradiatoren. Da sie aber mit Strom funktionieren, sollte die Solaranlage auch hierf√ľr eher gr√∂√üer als kleiner gebaut werden, um den zus√§tzlichen Strombedarf teilweise mit abdecken zu k√∂nnen. Hier ein Video dazu: Die Wahrheit √ľber W√§rmepumpen
  • Elektroauto und Wallbox
    Plant Ihr die Anschaffung von Elektrofahrzeugen in den n√§chsten Jahren? Damit Ihr euer Fahrzeug dann auch Zuhause laden k√∂nnt und nicht nur an der √∂ffentlichen Lades√§ule, ben√∂tigt Ihr eine eigene Wallbox. K√∂nnt Ihr bei Eurer Solaranlage eine Wallbox integrieren? Das ist wichtig, weil Ihr mit √ľbersch√ľssigem Strom euer Auto laden k√∂nnt. Dar√ľber hinaus k√∂nnt Ihr die Wallbox auch dem Nachbarn zur Verf√ľgung stellen ‚Äď in diesem Fall ben√∂tigt Ihr eine Wallbox mit RFID. Perspektivisch wird auch das Thema bidirektionales Laden interessant. Dann k√∂nntet Ihr den Strom aus dem Auto auch f√ľr Euer Haus nutzen.
  • BHKW (Blockheizkraftwerk)
    Insbesondere in √§lteren Bestandsgeb√§uden kann die Kombination von Photovoltaik-Speicher-Anlagen und einem w√§rmegef√ľhrten Blockkraftheizwerk Euch ein Maximum an Autarkie verschaffen. Ein BHKW erzeugt einerseits W√§rme (3/4) und auf der anderen Seite Strom (1/4). Die erzeugte Stromleistung reicht in der Regel aus, um Ger√§te im Stand-by-Modus zu versorgen und die √úbersch√ľsse in den Speicher zu laden. Das BHKW sollte dann aber mit gr√ľnem Gas betrieben werden und sollte sich ins Energiemanagement einf√ľgen lassen.
  • Heizstab
    Warmwasser kann mit einem Heizstab erzeugt werden. Heizst√§be werden in bestehende Warmwasserspeicher eingebaut, wenn es am Pufferspeicher einen freien Platz gibt. Solche Heizst√§be machen aber vor allem in Kombination mit einer PV-Anlage Sinn, wenn der Strom f√ľr den Betrieb nicht teuer aus dem Netz eingekauft werden muss. Ideal sind Heizst√§be nat√ľrlich f√ľr den Solarstrom-√úberschuss.

Diese √úberlegungen zu Eurer Solaranlage solltet Ihr vorab genau treffen

√úberlegt Euch vorher, ob ihr eine Notstroml√∂sung haben m√∂chtet und ob und wann ihr eventuelle elektrisch fahren oder auch heizen wollt. Installiert ihr den falschen Wechselrichter oder Batterie ohne eine Notstromm√∂glichkeit, kann man das sp√§ter nicht oder nur sehr schwer nachr√ľsten und es ist eventuelle mit dem Tausch von Komponenten verbunden. Nur weil man eine Solaranlage hat, bedeutet das nicht, dass ihr bei einem Stromausfall trotzdem Strom habt. Der Wechselrichter und die Batterie m√ľssen so etwas auch unterst√ľtzen.

Auch ist es wichtig zu wissen, wie viel Leistung ich eigentlich im Haus f√ľr W√§rmepumpe und Co. Ben√∂tige und ab wann mein Speicher bzw. mein Wechselrichter in der Lage ist, diese Leistung auch bereitzustellen? Eine Herdplatte hat zum Beispiel 2 KW Leistung. Wenn also der Strom ausf√§llt und ich zwei Herdplatten mit jeweils 2 KW Leistung einschalte, mein Speicher aber nur 3 KW Leistung liefern kann, dann habe ich ein Problem. Daf√ľr steht dann nicht genug Strom zur Verf√ľgung.

Bitte achtet auf diese Dinge, bevor Ihr Euch Angebote einholt. Wenn ihr ein Auto kauft, wisst ihr meistens auch genau, wof√ľr ihr es eigentlich braucht. Das solltet Ihr auch so bei einer Solaranlage angehen. Ihr kauft Euch ja keinen Sportwagen und beschwert Euch dann, dass ihr damit nicht durchs Gel√§nde fahren k√∂nnt.

Fehler 4: Schlechte Qualität der Solarmodule verbauen

Es sind oft verlockende Angebote: Solarmodule zu besonders g√ľnstigen Preisen zu kaufen und damit Investitionskosten zu sparen. Vorweggenommen: Die meisten Solarmodule auf dem Markt erf√ľllen die wichtigsten Qualit√§tskriterien. Trotzdem gibt es auch minderwertige Produkte ‚Äď dies betrifft sowohl die Solarmodule als auch die Wechselrichter. Woran Ihr gute Solarmodule erkennt und was Ihr beim Kauf beachten m√ľsst, erfahrt Ihr in diesem Video.


Kurz zusammengefasst solltet Ihr auf folgende Punkte beim Solarmodul achten:

  • Garantiebedingungen:
    Der Hersteller sollte Euch eine Garantie f√ľr die Module geben. Dabei wird zwischen der Produktgarantie und Leistungsgarantie unterschieden. Die Produktgarantie gibt es auf das Produkt an sich. Wie sieht es aus und hat es schon einen Schaden genommen. Diese sollte mindestens 10 Jahr sein, besser 12-15 Jahre. Bei der Leistungsgarantie handelt es sich um die Garantie, inwieweit das Solarmodul noch in der Lage ist, auch nach einem l√§ngerem Zeitraum wie 20 Jahre noch zu liefern.Dabei spielt die Optik dann keine Rolle, ob das Modul vielleicht Blasen wirft oder anderweitig optisch nicht mehr ganz neu aussieht. Die Leistungsgarantie sollte mindestens 20 Jahre betragen, viele Hersteller geben 25-30 Jahre Leistungsgarantie. Diese sollte nach 25 Jahren noch √ľber 90 % des urspr√ľnglichen kWp Wertes liegen. Also sollte ein 400 Watt Modul auch nach 25 Jahren noch mindestens 360 Watt Leistung zu bringen. Der Photovoltaische-Effekt ist jedoch beliebig reproduzierbar und lediglich die Witterung setzt den Modulen √ľber die Jahre zu, sodass hier ein kleiner Leistungsverslust entstehen kann. Wir haben allerdings auch viele Module gesehen, die auch nach 30 Jahren noch √ľber 95 % ihrer Wirkleistung bringen. Die Modulhersteller machen hier meist eine Positivsortierung der Zellen im Solarmodul. Sie geben bessere Zellen ins Modul als sie eigentlich m√ľssten, um auch die Leistungsgarantie einhalten zu k√∂nnen. Dieser Puffer f√ľhrt dazu, dass z. B. ein 400 Wp Modul in Wirklichkeit 405 Wp hat und dies auch liefern k√∂nnte. Hier ein Video dazu aus der Fertigung von Meyer Burger.
  • Wechselrichter:
    Es gibt verschiedene Wechselrichter f√ľr die verschiedenen Einsatzzwecke.Einmal gibt es die reinen Solarwechselrichter. Sie richten den Gleichstrom der Photovoltaikanlage in Wechselstrom um. Auch hier kann man auf bekannte Namen wie Kostal, Fronius, SMA setzen und macht nicht viel falsch. Es gibt aber auch gute chinesische Hersteller im Markt.Dann gibt es die AC-Wechselrichter, die nur f√ľr die Batterie genutzt werden. Also wenn bereits ein Solarwechselrichter installiert ist und ein Stromspeicher nachtr√§glich nachger√ľstet wird. Hier gibt es auch viele Verschiedene. Meistens ist bei einem AC-Speicher auch ein Wechselrichter integriert. Auch besteht manchmal die M√∂glichkeit einer Notstromversorgung durch die Batterie.Der Hybridwechselrichter ist mittlerweile die g√§ngige Praxis. Vor allem bei neu installierten Solaranlagen wird oft dieser verbaut. Hier kann die Solaranlage direkt an den Wechselrichter angeschlossen werden, aber auch die Batterie. Es hat den Vorteil, dass weniger Umwandlungsverluste entstehen, weil hier der Solarstrom √ľber einen DC-DC-Steller direkt in die Batterie lie√üen kann. Zudem ist es m√∂glich eine Stromversorgung f√ľr das ganze Haus aufzubauen, auch wenn mal der Strom ausfallen sollte.Gute Wechselrichter erkennt Ihr √ľbrigens an einem hohen Wirkungsgrad. Ab einem Wirkungsgrad von 96 % aufw√§rts habt Ihr Euch f√ľr ein gutes Modell entschieden. Lasst Euch pers√∂nlich beraten, ob f√ľr Euch ein String-Wechselrichter, oder eine Technik mit Optimierern oder Modul-Wechselrichter die richtige Entscheidung ist.

    Achtet bei der Auswahl auch darauf, ob ihr einen Hochvolt-Wechselrichter nehmt oder einen niedervolt-Wechselrichter. Das Hochvoltsystem hat bei der Effizienz Vorteile, es kann aber auch sinnvoll sein ein Niedervoltsystem zu installieren. √úber gute Wechselrichter haben wir auch schon viele Videos

Wichtig sind auch die Gestelle der Solaranlagen. Hier k√∂nnt Ihr aber auch auf Euren erfahrenen Installateur vertrauen. Auf dem Gestell werden die Solarmodule montiert. Die Gestelle werden mit Hilfe von Dachhaken mit dem Dach verbunden, sodass die Solaranlage fest verankert ist und bei Wind und Sturm nicht wegfliegt. Eine Photovoltaikanlage, wird sie richtig montiert, sch√ľtz das Dach und sorgt auch f√ľr eine bessere Isolierung, weil durch die Luftschicht zwischen Dach und Modulen eine zus√§tzliche D√§mmung entsteht. Sollte Euer Dach aber renovierungsbed√ľrftig sein, dann sollte dieses erst erneuert und im gleichen Zug auch die Dachhaken der Solaranlage installiert werden. Ansonsten m√ľsste man sp√§ter die Solaranlage f√ľr eine Dachsanierung abbauen, was mit einigem Aufwand und Kosten verbunden ist.

Tipp: Auf die Qualit√§t der Gestelle achten. Auch das Solaranlagen-Zubeh√∂r sollte von einer guten Qualit√§t sein. Halterungen sorgen daf√ľr, dass die Solaranlage √ľber Jahrzehnte sicher auf dem Dach befestigt ist. Bew√§hrt haben sich Produkte von K2, Lorenz oder Schletter.

Fehler 5: Dem falschen Installateur vertrauen

Nicht jeder Betrieb, der sich ‚ÄěSolaranlagen-Bau‚Äú auf die eigenen Fahnen schreibt, ist darauf auch tats√§chlich spezialisiert. Am besten seid Ihr mit einem Installateur beraten, der bereits Erfahrung in der Planung und Installation von Solaranlagen gesammelt hat. Holt Euch am besten mehrere Angebote von Installateuren aus der Region ein und √ľberpr√ľft genau die Angebote.

In der Regel haben Installateure besondere Vorlieben, mit welchen Herstellern sie gerne zusammenarbeiten. Insbesondere dann, wenn Ihr durch Eure Recherchen schon sehr genaue Vorstellungen davon habt, achtet darauf, dass der Installateur Euch auch genau die gew√ľnschte Anlage bauen kann. Schlussendlich ist das Bauchgef√ľhl immer ein guter Ratgeber. F√ľhlt Ihr Euch gut beraten? Hat der Installateur entsprechende Referenzen vorzuweisen? Schaut bei der Annahme des Angebotes nicht auf den letzten Euro, sondern auf den Sachverstand und die Erfahrung des Installationsbetriebes. Seht Euch die Internetseite des Installateurs an. Oftmals haben die Installateure auf der Seite Referenzen ‚Äď vielleicht befinden sich die H√§user ja in Eurer N√§he und Ihr k√∂nnt Euch pers√∂nlich einen Eindruck von der gebauten Anlage verschaffen?

Am Ende ist der Installateur die wichtigste Person, weil er f√ľr die Installation der Solaranlage die Anmeldung beim Netzbetreiber macht und damit auch die Haftung √ľbernimmt.

Typische Fehler bei der Installation einer Solaranlage sind:

  • Kabel auf Spannung verlegen
  • Unzureichende Befestigung der Kabel
  • Kabel nicht ausreichend sch√ľtzen
  • Dachpfannen besch√§digen
  • Solaranlage bringt am Ende nicht die gew√ľnschte Leistung

Dazu k√∂nnt ihr euch ein ausf√ľhrliches Video ansehen.

Funktioniert meine Solaranlage? Mit der Drohne testen!

Die Solaranlage ist auf dem Dach installiert und frisch in Betrieb genommen. Vielleicht l√§uft sie auch schon einige Jahre und Ihr habt das Gef√ľhl, dass die Leistung abnimmt oder irgendein Fehler aufgetreten ist? Dann k√∂nnt Ihr √ľber Marc Gerseke f√ľr wenig Geld (ca. 300 Euro) Luftaufnahmen mit der Drohne von Eurer Solaranlage machen. Ihr bekommt dadurch einen¬† genauen Eindruck davon, ob Eure Solaranlage richtig funktioniert. Insbesondere dann, wenn Ihr eine 12 kWp-Anlage habt und selbst bei sch√∂nstem Sommerwetter kommen nur 8 kW vom Dach, solltet Ihr nach dem Fehler suchen. Es kann durchaus vorkommen, dass ein Modul defekt oder ein ganzer String nicht angeschlossen ist. Hier dazu ein Video zur √úberpr√ľfung durch eine W√§rmebilddrohne.

Egal f√ľr welche Technik bei der Solaranlage Ihr Euch am Ende entscheidet, wichtig ist vor allem, dass Ihr eine baut und anfangt, g√ľnstig Euren eigenen Solarstrom zu produzieren. Wenn Ihr dazu noch mehr Fragen habt oder einen Solarteur sucht, wendet Euch auch gerne an meinen Solarberater Marc und schreibt mir eine E-Mail an kontakt@money-for-future.com.

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FELIX GOLDBACH
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